Wie modernisiert man eine Getreidesammelstelle im Retrofit?

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Patrik Schlegel
Patrik Schlegel
Inhaber & CEO, SF Elektro-Engineering AG · Flums
Zuletzt geprüft: 11. September 2026

Das Wichtigste in Kürze

Beim Retrofit der Getreidesammelstelle in Merstetten TG wurde nicht nur die Steuerung und Visualisierung erneuert, sondern auch die elektrische Ausrüstung im Feld (im wesentlichen die Elektroinstallationen und die Elektroverteiler). Ziel war eine Anlage auf dem neusten Stand der Technik gemäss geltenden Normen, mit höherer Verfügbarkeit und besserer Bedienbarkeit. Entscheidend war dabei weniger der reine Austausch von Komponenten als das saubere Lösen der Schnittstellen zwischen verketteten Anlagen.

Wir bei SF Elektro-Engineering AG sehen bei solchen Projekten immer wieder gewisse Muster: Nicht die sichtbarste Komponente ist der Engpass, sondern die Abstimmung im Gesamtsystem. Genau darum lohnt sich ein Retrofit in einer historisch gewachsenen Anlage dann besonders, wenn Betriebssicherheit, Normkonformität und Verfügbarkeit gleichzeitig steigen sollen.

Warum war dieses Retrofit der Getreidesammelstelle anspruchsvoll?

Das Projekt in Merstetten TG war wegen Grösse, Komplexität, möglicher Verkettungen und hoher Durchsatzmengen anspruchsvoller als ein übliches Vorhaben. Für Leiter Produktion und Technik ist genau das der Punkt: In einer Getreidesammelstelle hängt der Nutzen eines Retrofits nicht nur an der Steuerung, sondern an der stabilen Zusammenarbeit aller Anlagenteile. Wenn eine Linie mit der nächsten gekoppelt ist, werden kleine Unsauberkeiten schnell zu Betriebsrisiken. Ein termingerechter Umbau zwischen den Saisonalitäten ist nur mit einer sauberen und durchdachten Planung sowie einem starken und eingespielten Inbetriebnahmeteam möglich.

  • Historisch gewachsene Anlage mit vielen bestehenden Abhängigkeiten
  • Verkettete Anlagenteile mit sensiblen Schnittstellen
  • Hohe Durchsatzmengen und damit wenig Toleranz für Fehler
  • Anspruch an Normen, Sicherheit und nachvollziehbare Dokumentation
  • Einhaltung der Umbau-Termine

Welche Lösung wurde für die elektrische Ausrüstung gewählt?

Die Lösung umfasste die Erneuerung der Elektroinstallationen und Elektroverteiler sowie die Modernisierung von Automation und Prozessleittechnik. Auf diese Weise wurde die Anlage nicht nur funktional erneuert, sondern auch auf den neusten Stand der Technik gemäss geltenden Normen gebracht. Das ist bei einer Getreidesammelstelle wichtig, weil eine Teilmodernisierung oft nur kurzfristig entlastet, aber die strukturellen Risiken im Hintergrund belässt.

AspektTeilweise ErneuerungDieses Projekt in Merstetten TG
Technischer FokusEinzelne KomponentenAutomation, Prozessleittechnik und elektrische Ausrüstung
AnlagenlogikBestehende Schwachstellen bleiben oft bestehenSchnittstellen zwischen verketteten Anlagen wurden gezielt bearbeitet
Normen und SicherheitPunktuelle AnpassungenGesamte Anlage auf den neusten Stand der Technik gebracht
EignungEher für klar abgegrenzte InsellösungenFür historisch gewachsene, vernetzte Schüttgut-Anlagen
Zentrale Unterschiede zwischen Teilersatz und massgeschneidertem Retrofit

Entgegen der Annahme, dass ein Retrofit vor allem ein Steuerungsprojekt ist, liegt der Hebel in solchen Anlagen oft in der elektrischen Basis. Genau dort entscheidet sich, ob die Modernisierung später robust läuft oder ob die nächste Störung an einer alten Schnittstelle hängen bleibt.

Wie lief die Umsetzung bei SF Elektro-Engineering AG ab?

Von Kennenlernen bis Umsetzung vergingen rund 2 bis 3 Jahre, der Umbau vor Ort dauerte mehrere Wochen. Das zeigt, wie viel Vorarbeit in einem Retrofit dieser Grössenordnung steckt: Abklärungen, Planung, Freigaben und die Abstimmung mit den bestehenden Anlagen brauchen Zeit. Für ein Team wie unseres ist genau diese Vorlaufzeit kein Nachteil, sondern Voraussetzung für ein sauberes Ergebnis.

Bei der Umsetzung waren Schnittstellen zwischen den verketteten Anlagen der zentrale Aufwandstreiber. Wir haben in der Praxis gesehen, dass solche Punkte selten mit Standardlösungen sauber gelöst werden. Entscheidend sind Detailaufnahmen vor Ort, flexible Anpassungen im Ablauf und die Bereitschaft, technische Annahmen nochmals zu prüfen, bevor sie im laufenden Betrieb zum Problem werden.

Worauf man bei verketteten Anlagen besonders achten muss

Je stärker eine Getreidesammelstelle mit anderen Anlagenteilen vernetzt ist, desto genauer müssen Schnittstellen, Signale und Abhängigkeiten aufgenommen werden. Wer hier zu früh standardisiert, riskiert spätere Umgehungslösungen im Betrieb. Bei historisch gewachsenen Anlagen ist die massgeschneiderte Lösung oft wirtschaftlicher als ein Komplettpaket für alle Bereiche.

Welche Resultate brachte das Retrofit?

Das Projekt lag bei über 500k CHF. Der Umbau vor Ort dauerte mehrere Wochen, und die Phase von Kennenlernen bis Umsetzung erstreckte sich über ca. 2 bis 3 Jahre. Im Betrieb wurden MTTR und MTBF optimiert, die Anlagenverfügbarkeit ist sehr hoch und die Benutzerfreundlichkeit ist gestiegen.

SF Elektro-Engineering AG

Für die Getreide Mittelthurgau AG bedeutete das vor allem mehr Betriebssicherheit im Alltag. Die Zahlen zeigen den Rahmen des Projekts, der eigentliche Nutzen liegt aber in der Kombination aus hoher Verfügbarkeit, besserer Wartbarkeit und einer Anlage, die für den laufenden Betrieb nachvollziehbarer geworden ist.

Hierbei handelt es sich um ein Vorzeigeprojekt für unsere Lösungen für Getreidesammelstellen.
Patrik Schlegel, Inhaber & CEO, SF Elektro-Engineering AG

Was lernen Produktion und Technik aus diesem Retrofit?

Historisch gewachsene Anlagen brauchen eine massgeschneiderte Lösung. Komplettlösungen eignen sich vor allem für Insellösungen wie einzelne Trockner, nicht aber für komplex verkettete Prozesse mit vielen Abhängigkeiten. Genau diese Einordnung ist für Entscheidungsträger wichtig, weil sie den Investitionsrahmen, die Umsetzungsdauer und die spätere Betriebssicherheit realistisch macht.

Wenn Sie heute eine Getreidesammelstelle modernisieren, sollten Sie zuerst die Schnittstellen, die elektrische Ausrüstung und die normkonforme Gesamtarchitektur prüfen. Erst danach lässt sich sauber entscheiden, ob ein Retrofit den grössten Hebel bringt oder ob einzelne Anlagenteile separat behandelt werden sollten. Das ist die Art von Modernisierung, bei der Planung direkt in Verfügbarkeit übersetzt wird.

Häufige Fragen

Wann reicht bei einer Getreidesammelstelle ein Teilersatz nicht mehr aus?
Sobald mehrere Anlagenteile verkettet sind und Störungen an einer Stelle Auswirkungen auf den ganzen Ablauf haben, wird ein Teilersatz schnell zu kurz gegriffen. Dann zählt nicht nur die neue Komponente, sondern vor allem die saubere Integration in die bestehende Gesamtanlage.
Warum dauert ein Retrofit oft mehrere Jahre bis zur Umsetzung?
Weil bei gewachsenen Anlagen zuerst der Bestand verstanden, dann die Lösung entwickelt und anschliessend mit allen Schnittstellen abgestimmt werden muss. In diesem Projekt vergingen von Kennenlernen bis Umsetzung ca. 2 bis 3 Jahre, was für solche Vorhaben realistisch ist.
Woran merkt man nachher, ob sich der Aufwand gelohnt hat?
Ein gutes Zeichen ist, wenn Störungszeiten sinken, die Anlage im Alltag besser bedienbar wird und Wartung nachvollziehbarer abläuft. In diesem Projekt wurden MTTR und MTBF optimiert, die Verfügbarkeit ist sehr hoch und die Benutzerfreundlichkeit ist gestiegen.
Ist ein Retrofit auch für andere Schüttgut-Anlagen geeignet?
Ja, besonders für Anlagen mit ähnlicher Komplexität wie Kies- und Betonwerke oder Mühlen. Der Ansatz funktioniert dort, wo bestehende Prozesse erhalten bleiben sollen, aber die elektrische Ausrüstung und die Automation nicht mehr zum heutigen Standard passen.

Planen Sie ein Retrofit für Ihre Anlage?

SF Elektro-Engineering AG, Flums

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