Wie reduziert gute HMI-Software Maschinenstillstände?

4 Min. Lesezeit
Ueli Marti
Ueli Marti
Inhaber&Geschäftsführer, automational GmbH · Glarus
Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026

Das Wichtigste in Kürze

Gute HMI-Software reduziert Stillstände vor allem dann, wenn Bediener kritische Zustände schneller erkennen und klarer reagieren können. Sie senkt Fehlbedienungen, wenn Menüs, Meldungen und Zustände konsequent auf den Maschinenablauf abgestimmt sind. Und sie entlastet den Support, weil Diagnose, Alarmierung und Dokumentation im Betrieb schneller nutzbar werden.

Wir bei der automational GmbH sehen in Projekten immer wieder dasselbe Muster: Nicht die Technik allein entscheidet über die Bedienbarkeit, sondern die Qualität des Bedienkonzepts. Aus meiner Erfahrung unterschätzen viele Teams, wie stark sich eine saubere HMI-Software auf die tägliche Arbeit an der Maschine auswirkt. Genau dort entstehen oft die teuersten Reibungsverluste, nicht in der eigentlichen SPS-Logik.

Warum HMI-Software mehr ist als nur eine schöne Oberfläche

In Maschinenprojekten wird die HMI oft erst am Schluss behandelt, als Oberfläche für ein bereits fertiges System. Das ist ein Fehler, weil die Bedienung den Ablauf im Betrieb direkt beeinflusst: Welche Zustände sichtbar sind, wie schnell Warnungen verstanden werden und welche Eingriffe überhaupt möglich sind. Bei der automational GmbH planen wir HMI-Design deshalb immer zusammen mit SPS-Logik, Diagnose und Sicherheitskonzept.

Entgegen der häufigen Annahme entsteht weniger Aufwand nicht durch möglichst viele Funktionen, sondern durch klare Prioritäten. Eine gute Maschinen-Software zeigt nur das, was für den aktuellen Bedienkontext relevant ist, und macht den nächsten sinnvollen Schritt sichtbar. Das reduziert Suchzeiten, Rückfragen und Fehlreaktionen deutlich besser als eine überladene Oberfläche.

Wo entstehen Stillstände und Fehlbedienungen in der Praxis?

Auslöser im BetriebFolge für die AnlageWas ein gutes Bedienkonzept leistet
Unklare MeldungenLange Suche nach der UrsacheMeldungen in klarer Reihenfolge und mit Handlungsbezug anzeigen
Zu viele BedienebenenVerwechslungen und falsche EingabenHäufig genutzte Funktionen direkt erreichbar machen
Fehlende ZustandsanzeigeUnnötige Eingriffe in laufende ProzesseBetriebszustand und Freigaben deutlich sichtbar machen
Unvollständige DiagnoseSupportanrufe und lange StillstandszeitenRelevante Daten und Fehlermuster direkt im HMI bereitstellen
Typische Ursache und Wirkung im Maschinenbetrieb

Was kaum jemand auf dem Schirm hat: Viele Störungen sind nicht technisch komplex, sondern kommunikativ schlecht verpackt. Die Maschine kann den Fehler intern korrekt erkennen, doch wenn das HMI ihn unpräzise oder zu spät zeigt, verliert das Team Zeit an der falschen Stelle. Genau hier trennt sich solide SPS-Software von wirklich guter Bedienlogik.

Welche HMI-Funktionen reduzieren den Supportaufwand konkret?

  • Klar formulierte Alarmtexte mit Bezug zur Ursache statt nur zu einem Signalzustand
  • Direkte Anzeige von Maschine, Baugruppe und Betriebszustand im selben Kontext
  • Schneller Zugriff auf Diagnosewerte, Historie und Freigabeketten
  • Dokumentierte Bedienabläufe für Service, Inbetriebnahme und Störungsbehebung
  • Sinnvolle Benutzerrollen, damit nicht jeder alles sehen oder ändern kann

In unseren Kundenprojekten zeigt sich: Je besser HMI und SPS zusammen gedacht sind, desto weniger muss der Support telefonieren, um Standardfragen zu klären. Das ist kein Nebeneffekt, sondern ein messbarer Vorteil im Alltag der Instandhaltung. Besonders wichtig ist das bei Anlagen, die im Schichtbetrieb laufen oder bei denen verschiedene Bediener nicht denselben Kenntnisstand haben.

Wie sollte eine Maschinen-Software aufgebaut sein, damit sie im Alltag trägt?

Eine belastbare Maschinen-Software folgt dem Ablauf der Bediener, nicht der internen Struktur der Steuerung. Das bedeutet: Start, Betrieb, Störung, Service und Dokumentation brauchen jeweils einen eigenen logischen Zugang. Wenn diese Ebenen vermischt werden, steigt die Fehlerquote sofort, weil der Nutzer nach dem nächsten Schritt suchen muss statt ihn direkt zu sehen.

Worauf wir bei automational besonders achten

Ein HMI ist dann gut, wenn es im Störungsfall nicht zusätzliche Fragen erzeugt. Darum achten wir bei automational darauf, dass Alarmtext, Diagnose und Zustandsanzeige zusammenpassen und der Bediener ohne Umweg versteht, was jetzt zu tun ist. Alles andere verlängert Stillstände unnötig.

FAQ: Was Projektleiter bei HMI-Software oft noch klären müssen

Häufige Fragen

Wann lohnt sich eine Überarbeitung der HMI-Software besonders?
Vor allem dann, wenn Bediener regelmässig die gleiche Ursache suchen müssen oder Störungen nur mit Erfahrung zu lösen sind. Auch wenn der Support häufig dieselben Fragen beantwortet, ist das ein klares Signal für ein schwaches Bedienkonzept. In solchen Fällen lohnt sich die Überarbeitung meist schneller als ein Hardwaretausch.
Soll die HMI möglichst viele Details anzeigen?
Nein, nicht pauschal. Entscheidend ist, dass im jeweiligen Bedienzustand die richtigen Details sichtbar sind, nicht alle Details gleichzeitig. Zu viel Information kostet in der Praxis oft mehr Zeit als zu wenig, weil die relevante Anzeige erst gefunden werden muss.
Wie hängt HMI-Design mit der SPS-Programmierung zusammen?
Sehr eng, weil die HMI nur dann hilfreich ist, wenn sie saubere Zustände und Diagnosen aus der SPS bekommt. Wenn Meldungen, Freigaben und Betriebsarten nicht konsistent modelliert sind, kann selbst eine gute Oberfläche keine Klarheit schaffen. Darum müssen beide Ebenen gemeinsam geplant werden.
Kann man Supportaufwand auch ohne grosse Umbauten senken?
Ja, oft schon durch bessere Meldetexte, klarere Navigation und eine sinnvollere Diagnoseansicht. Solche Anpassungen greifen direkt im Alltag und brauchen nicht immer einen kompletten Neuaufbau. Der grösste Hebel liegt häufig in der Struktur, nicht im optischen Redesign.

Die wichtigste Frage ist am Ende nicht, wie modern eine Oberfläche aussieht, sondern ob sie den Betrieb stabiler macht. Gute HMI-Software, konsequent mit der Maschinen-Software und der SPS verbunden, senkt Fehlbedienungen, verkürzt Stillstände und entlastet den Support. Genau dort entsteht der Nutzen, den man im Alltag wirklich spürt.

Wenn Sie für eine neue Anlage oder eine Überarbeitung des Bedienkonzepts einen pragmatischen Blick von aussen brauchen, lohnt sich ein Gespräch mit einem Partner, der SPS, HMI und Diagnose zusammen denkt. Die automational GmbH in Glarus entwickelt solche Lösungen für Maschinen und Anlagen und setzt sie bis zur Prüfung und Dokumentation um.

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