Wie vernetzte Maschinen die Smart Factory prägen

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Swen Fürer
Swen Fürer
Co-CEO Markets & Partnerships | Co-Owner | Board Member, Aerne Engineering AG · Arbon
Last checked: October 15, 2026

Das Wichtigste in Kürze

Eine Smart Factory entsteht nicht durch möglichst viel Technologie, sondern durch das intelligente Zusammenspiel von Maschinen, Daten, Software und Menschen. Entscheidend ist, dass Maschinendaten strukturiert erfasst, verknüpft und für Produktion, Qualität und Instandhaltung nutzbar gemacht werden. Erst auf dieser Basis werden Transparenz, Vernetzung und Standardisierung zu messbarem Mehrwert.

Aus unserer Praxis bei Aerne Engineering zeigt sich immer wieder: Der wichtigste Schritt ist selten ein neues Gerät, sondern eine saubere Datenbasis. Genau dort entscheidet sich, ob eine Produktionsanlage nur modern aussieht oder tatsächlich besser arbeitet.

Was ist eine Smart Factory genau?

Eine Smart Factory ist eine vernetzte Produktionsumgebung, in der Maschinen, Anlagen und übergeordnete Systeme Informationen automatisiert austauschen und Daten gezielt zur Optimierung nutzen. In modernen Automationsanlagen entstehen dabei laufend wertvolle Informationen wie Produktionsmengen, Prozessparameter, Zykluszeiten, Qualitätsdaten, Energieverbräuche, Störungen und Zustandsdaten.

Der entscheidende Schritt besteht darin, diese Maschinendaten strukturiert zu erfassen, miteinander zu verknüpfen und nutzbar zu machen. Eine Fabrik wird also nicht dadurch smart, dass sie möglichst viele Technologien einsetzt, sondern dadurch, dass Informationen einen konkreten Mehrwert für die Produktion schaffen.

Warum ein Roboter allein noch keine Smart Factory macht

Robotik, moderne Bedienoberflächen und künstliche Intelligenz werden oft direkt mit der Smart Factory verbunden. Sie sind wichtige Bausteine, reichen für sich allein aber nicht aus. Entscheidend ist die Vernetzung zwischen Maschine, Produkt, Auftrag und den Systemen darüber.

Eine Produktionsmaschine muss wissen, welches Produkt und welcher Auftrag gefertigt werden soll. Gleichzeitig sollten Produktions- und Qualitätsdaten dort verfügbar sein, wo sie gebraucht werden, etwa in MES- oder ERP-Systemen. Genau hier setzt aerne engineering mit der digitalen Plattform _ae UI an.

_ae UI geht über klassische Maschinenvisualisierung und Bedienung hinaus. Relevante Produkt-, Auftrags- und Maschinendaten können strukturiert erfasst, gespeichert und über Schnittstellen wie REST API und OPC UA für weitere Systeme bereitgestellt werden.

Wie werden strukturierte Daten zur Basis für künstliche Intelligenz?

Künstliche Intelligenz wird die industrielle Produktion in den kommenden Jahren zunehmend beeinflussen. Damit sie sinnvoll eingesetzt werden kann, braucht sie vor allem qualitativ hochwertige und strukturierte Daten. Sind Maschinendaten nicht systematisch verfügbar oder kommunizieren verschiedene Systeme nicht miteinander, bleibt das Potenzial von KI begrenzt.

Der Weg zur intelligenten Fabrik beginnt deshalb oft grundsätzlicher, mit standardisierten Schnittstellen, einheitlichen Datenstrukturen und durchgängiger Maschinenvernetzung. Erst darauf lassen sich Anwendungen wie Datenanalysen, Predictive Maintenance, Prozessoptimierungen oder KI-gestützte Fehlererkennung sinnvoll aufbauen.

Wie verändert die Smart Factory den Sondermaschinenbau?

Für aerne engineering verändert die Smart Factory auch die Anforderungen an den modernen Sondermaschinenbau. Eine Automationsanlage muss heute nicht nur ihren Produktionsprozess zuverlässig beherrschen, sondern sich auch in die digitale Produktionsumgebung des Kunden integrieren lassen. Dazu gehört, dass Maschinen Produktions- und Qualitätsdaten bereitstellen, Auftrags- oder Produktinformationen übernehmen und ihren Maschinenzustand transparent anzeigen.

Die während der Produktion entstehenden Daten können strukturiert gespeichert und über definierte Schnittstellen an andere Systeme übergeben werden. So wird aus einer einzelnen Sondermaschine ein vernetzter Bestandteil der gesamten Smart Factory.

Dabei brauchen unterschiedliche Rollen unterschiedliche Informationen: Maschinenbediener interessieren sich für aktuelle Produktionsdaten und Störungen, Produktionsverantwortliche für Ausbringung, Verfügbarkeit und Qualität, die Instandhaltung für Zustände, Fehlerhistorien und Wartungsinformationen. Eine intelligente Produktionsanlage stellt diese Informationen möglichst automatisch dort bereit, wo sie gebraucht werden.

Welche drei Hebel sind auf dem Weg zur Smart Factory entscheidend?

  • Transparenz, damit aus grossen Datenmengen relevante Informationen werden und Störungen, Zykluszeiten oder Stillstände sichtbar werden.
  • Vernetzung, damit Informationen nicht manuell mehrfach erfasst werden müssen und Maschinen Aufträge sowie Qualitätsdaten automatisiert austauschen.
  • Standardisierung, damit unterschiedliche Maschinen, Schnittstellen und Datenformate in gewachsenen Produktionsumgebungen zusammenpassen.

Gerade in kundenspezifischen Projekten ist Standardisierung zentral. aerne engineering entwickelt individuelle Automationslösungen, verfolgt mit Plattformen wie _ae UI aber das Ziel, eine gemeinsame digitale Basis über verschiedene Maschinen und Projekte hinweg zu schaffen. So bleiben Maschinen an den jeweiligen Prozess angepasst, während zentrale digitale Funktionen zunehmend vereinheitlicht werden können.

Wie startet ein Unternehmen ohne Grossprojekt?

Smart Factory beginnt nicht mit einem Grossprojekt. Erfolgreiche Digitalisierungsprojekte starten häufig mit einer konkreten betrieblichen Frage, zum Beispiel: Wo entstehen heute unnötige Stillstände? Welche Informationen fehlen der Produktion oder Instandhaltung? Welche Daten werden mehrfach manuell erfasst? Welche Prozesse könnten transparenter oder effizienter werden?

Genau das ist aus meiner Erfahrung der pragmatischste Einstieg: nicht zuerst die komplette Fabrik neu denken, sondern dort ansetzen, wo Daten, Vernetzung und Automation sofort spürbaren Nutzen bringen. So entstehen die sinnvollsten Schritte in Richtung Smart Factory.

Wie sieht die Smart Factory der Zukunft aus?

In zehn Jahren werden viele Technologien, die heute noch unter dem Begriff Smart Factory zusammengefasst werden, zum industriellen Standard gehören. Maschinen werden stärker mit MES-, ERP- und weiteren IT-Systemen kommunizieren, Produktionsdaten werden durchgängiger verfügbar sein, und künstliche Intelligenz wird helfen, grosse Datenmengen auszuwerten, Fehler früh zu erkennen und Prozesse kontinuierlich zu optimieren.

Auch Automationsanlagen selbst werden flexibler. Die Kombination aus Robotik, industrieller Bildverarbeitung, intelligenten Softwarelösungen und KI ermöglicht Maschinen, zunehmend auf wechselnde Produkte und Produktionssituationen zu reagieren.

Bleibt der Mensch in der intelligenten Fabrik wichtig?

Mehr Automation und künstliche Intelligenz bedeuten nicht automatisch eine Produktion ohne Menschen. Die Rolle verschiebt sich vielmehr: Mitarbeitende überwachen, bewerten, entscheiden und optimieren stärker, statt jeden Prozessschritt selbst auszuführen oder jede Störung einzeln zu analysieren.

Gerade im Sondermaschinenbau bleibt Erfahrungswissen von Bedienern, Instandhaltern, Softwareentwicklern und Ingenieuren ein zentraler Erfolgsfaktor. Die Smart Factory der Zukunft ist deshalb nicht die Fabrik ohne Menschen, sondern die Fabrik, in der Mensch, Maschine, Daten und Software optimal zusammenspielen.

aerne engineering verbindet Maschinenbau, Steuerungstechnik, Software, Robotik, Bildverarbeitung und digitale Maschinenintegration zu durchgängigen Automationslösungen. Das Unternehmen arbeitet mit ISO 9001:2015 und entwickelt Lösungen für Industrie, Medizintechnik, Pharma sowie die Lebensmittel- und Getränkeindustrie.

Aerne Engineering AG

Frequently asked questions

Woran erkenne ich, ob meine Produktion schon Richtung Smart Factory geht?
Ein gutes Zeichen ist, wenn Maschinen, Aufträge und Qualitätsdaten nicht mehr isoliert nebeneinander stehen, sondern gezielt miteinander verbunden sind. Sobald Informationen automatisch dort ankommen, wo sie gebraucht werden, etwa bei Bedienung, Planung oder Instandhaltung, bewegt sich die Anlage klar in Richtung Smart Factory.
Braucht es für den Einstieg in die Smart Factory eine komplette Neuanschaffung?
Nein, der Einstieg beginnt oft mit bestehenden Anlagen und einer konkreten Fragestellung. Häufig reicht es, Daten standardisiert zu erfassen, Schnittstellen zu vereinheitlichen und einzelne Prozesse transparenter zu machen, bevor grössere Schritte folgen.
Warum sind standardisierte Schnittstellen so wichtig?
In gewachsenen Produktionsumgebungen treffen oft Maschinen unterschiedlicher Hersteller und Generationen aufeinander. Standardisierte Schnittstellen und Datenstrukturen erleichtern es, diese Systeme zu vernetzen und spätere Anwendungen wie Analysen oder KI aufzubauen.
Welche Rolle spielt aerne engineering bei solchen Projekten?
aerne engineering entwickelt und realisiert kundenspezifische Automationsanlagen und Sondermaschinen und verbindet dabei Maschinenbau, Software, Robotik, Bildverarbeitung und digitale Integration. Mit Plattformen wie _ae UI schafft das Unternehmen eine Basis, um Anlagen in vernetzte und datenbasierte Produktionsumgebungen einzubinden.

Für die Smart Factory zählt am Ende nicht die Zahl der eingesetzten Technologien, sondern ihr Zusammenspiel. Wer Daten, Vernetzung und Automation sauber aufbaut, schafft die Grundlage für messbaren Mehrwert in Produktion, Qualität und Instandhaltung.

aerne engineering zeigt mit der Smart Factory, dass vernetzte Maschinen dann besonders stark sind, wenn sie strukturiert kommunizieren und sich in bestehende Systeme einfügen. Genau darin liegt der Unterschied zwischen digitaler Spielerei und echter industrieller Wirkung.

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